Der Barde – Roleplayklassen #1

Seit Tagen schon schlossen sich die Reihen unserer Feinde immer enger um unser Lager. Im Geschosshagel der Bolzen und Pfeile zogen wir uns in unser Hauptlager zurück und bereiteten uns darauf vor, ein Massaker zu erleben, dass nach seiner Größe sucht.
Das schlimmste war die Verzweiflung. An allen Lagerfeuern herrschte angsterfülltes Schweigen. Jedem war bewusst: dies ist der letzte Abend ihres Lebens und keiner konnte fliehen.

Stunde um Stunde zog vorüber, während sich die Schlingen um die Kehlen der Leute immer enger zogen. Es war früh am Morgen, kurz vor Beginn der Dämmerung, als ein einzelner Soldat, kaum gerüstet und nur mit einem kleinen Messer am Gürtel sich an die größte Feuerstelle stellte. Er griff einen der noch freien Hocker, setzte sich stillschweigend und nestelte an einem größeren Beutel aus Leinen herum.

Zum Vorschein brachte er eine kleine, doch wunderschön gearbeitete Lyra, mit der er einige Töne anstrich. Wortlos ging er von einigen zaghaften Klängen flüssig in eine zusammenhängende Melodie über, die mich stark an ältere Volkslieder erinnerte, die ich schon Ewigkeiten nicht mehr hören durfte. Immer mehr meiner Kameraden versammelten sich um den Musikanten, bis er von nahezu allen Seiten umringt war. Ich weiß bis heute nicht, wie er das schaffte, doch wie durch Magie war die Verzweiflung und die Todesgewissheit schier fortgeweht.

Der Kampf begann, als die Sonne über dem Horizont voll aufgegangen war. Unsere Truppe versammelte sich als ein Kreis um das Lager herum, und wir warteten auf den Angriff. Die ersten Geschosse ließen nicht lange auf sich warten und damit war das Gemetzel eingeläutet. Ich möchte euch die Einzelheiten ersparen, denn sie schmerzen auch heute noch zu sehr.
Das Wunder aber, dass uns an jenem Tag rettete, war der Barde.
Seine Musik, die er immernoch in der Mitte unserer Unterkunft spielte, drang wie durch Zuberhand verstärkt über das gesamte Schlachtfeld hinweg. Furios warfen unsere Krieger sich ins Gefecht, gestärkt von des Barden Ouvertüre des Mutes.

Kaum eine Stunde dauerte der Kampf, bis die Entscheidung gefallen war. Ich weiß noch, dass ich wohl ein gutes Stück vor dem geöffneten Haupttor des Lagers kämpfte und mich zuversichtlich gestimmt sah, als ich bemerkte, dass unsere Feinde sich zurückzogen.
Vereinzelte Freudenrufe drangen an mich heran und tatsächlich ließen die Feinde von uns ab. Bis heute werde ich mir nie verzeihen, was ich dann tat. Ich wendete den abziehenden Truppen den Rücken zu, strebte zum Lager, um dem Barden meine tiefste Bewunderung und Dankbarkeit mitzuteilen. Hätte ich Narr doch nur genau geschaut, dann hätte ich den Heckenschützen wohl rechtzeitig bemerkt und den Barden gewarnt… doch ich habe es nicht getan. Und so musste ich mit ansehen, wie der Barde von einem Bolzen genau ins Herz getroffen wurde.
Anstatt zu schreien oder sich zu ducken, strich der Barde sogar noch den letzten Ton seiner Hymne an. Er lächelte uns zu bevor sein Blick sich in die ewigen Weiten verlor.
An diesem Tag hatte der Barde durch seine Unterstützung 200 von ursprünglichen 243 Soldaten das Leben gerettet. Nicht, weil er selbst gekämpft hatte, sondern weil er den Männern Mut gegeben hatte, für ihr Leben einzustehen und es auch in auswegloser Lage zu verteidigen.
Wir begruben die Leichen, so gut wir das konnten und errichteten für den Barden einen kleinen Altar, an dem jeder meiner Kameraden ein Erinnerungsstück hinterlies, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Wir begannen damit, unseren Rückzug vorzubereiten, während ich dem fähigsten Recken das Kommando übertrug, um selbst das umliegende Gebiet gegen einen Hinterhalt abzusichern. Alsbald befand sich der gesamte Tross auf dem Weg, zurück gen Heimat.

Noch diesertage erzähle ich regelmäßig die Geschichte des Barden, um ihn in der Erinnerung zu halten. Ich verdanke ihm mein Leben. Und als Erinnerung an ihn, habe ich daheim über dem Kamin seine Lyra aufgehängt.
Und so lebt der Geist des Barden immerfort in meinem trauten Heim.

Und damit herzlich willkommen zur Vorstellung des Barden.

Der Barde auf dem Roleplay-Server ist der typische Support-Charakter. Er trägt eine leichte Rüstung und verursacht kaum Schaden an Gegnern. Er ist einer der zwei Zweige der Klasse “Medicus” und basiert auf Teamunterstützung. Zwar kann er auch geringe Mengen an Schaden heilen, jedoch nicht ansatzweise so viel, wie der Priester.
Die Spezialität des Barden liegt in seiner Waffe: ein Instrument. Mit diesem vermag er, Hymnen und Ouvertüren, bis hin zu klanghaften Volksliedern zu intonieren, um seine Verbündeten mit starken Schilden und Buffs zu unterstützen. So erhöht er temporär das Tempo seiner Verbündeten, deren Resistenz und Verteidigung, oder ihre Ausdauer. Weiterhin kann er durch gezielte Missklänge Gegner für kurze Zeit an den Boden bannen.
Man munkelt sogar, dass es Barden gibt, die mit ihren Liedern einmal den Tod verhindern können. Doch das dürfte wohl nur die Elite jemals schaffen.
Alles in allem, ist der Barde ein Muss für jedes gute Team, sowohl im Hinblick auf seine Fähigkeiten, als auch auf das kulturelle Vergnügen.

Interesse geweckt? Dann verfolgt den Blog weiter und bleibt gespannt auf die nächsten Klassen.

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